Sensationelle Leistung zum DIHL-Vorrundenabschluß

Critters erreichen gegen Schwenningen mit 1-6 (0-2,0-0,0-4,1-0)
erstmals in einem DIHL-Punktspiel ein einstelliges Ergebnis

(fs) Als das letzte DIHL-Vorrundenspiel der ESG zu Ende ging, zählten die auf sich auf der Bank befindlichen Critters die letzten 10 Sekunden laut mit. Was dann folgte, war großer Jubel im Lager der Gastgeber. Den Spielern sah man die Freude über das Erreichte sehr deutlich an - ebenso wie auch dem als ruhender Pol an der Bande für die Mannschaft sehr wichtigen Team-Manager Nagel. Das Team DIHL hatte hervorragend gespielt und gearbeitet, war jederzeit mit eiserner Disziplin voll und ganz bei der Sache gewesen und hatte in allen Mannschaftsteilen prächtig harmoniert. Trotzdem war man den Power Wings des Schwenninger ERC mit 1-6 (0-2,0-0,0-4,1-0) unterlegen, was ja immer noch eine deutliche Niederlage darstellt. Doch es war eben nur ein 1-6, ein Ergebnis, auf das man schon allein aufgrund der Eishockey-Zweitliga-Zugehörigkeit des Gegners stolz sein kann. Setzt man das Resultat dann noch in Relation zu den bisherigen DIHL-Partien dieser und vor allem der letzten Spielzeit, so erkennt man, daß in den vergangenen Spielen zumeist am Ende eine vier bis fünf Mal so hohe Tordifferenz notiert wurde. Dies zeigt einmal mehr, dass Erfolg eben eine relative Größe ist und daß die Critters ihn an diesem Tag für sich in Anspruch nehmen durften, ungeachtet der Tatsache, daß die Schwenninger natürlich verdientermaßen die drei Punkte, um die in dieser Begegnung u.a. auch gespielt wurde, mit nach Hause nehmen durften.

Im Vorfeld des Spiels hatte es personell zunächst gar nicht so gut ausgesehen. Es war frühzeitig klar gewesen, daß mit Stürmer Graf und Torhüter Häss zwei Schlüsselfiguren im Spiel der Critters nicht würden mit dabei sein können. Als der als Häss-Ersatz vorgesehene Müller sich zwei Tage vor dem Spiel eine Trainingsverletzung zuzog, stand die ESG auf einmal ohne einsatzbereiten Torhüter da. Doch die Verantwortlichen zeigten sich flexibel und zauberten innerhalb weniger Stunden David Senn aus dem Hut, der erstmals für die ESG zwischen den Pfosten stand und eine hervorragende Partie spielte. Auch im Bereich der Feldspieler hatte man einige Verletzungen zu beklagen. Ganz kurzfristig hatte es den bislang doppelten Torschützen Fen erwischt, der sich einen Tag vor dem Spiel eine Handverletzung zugezogen hatte. Doch zu den verbliebenen Kellner, Ilgner, Witzig, Frielingsdorf, Bremenkamp, Schmiedle und Goppe gesellte sich mit Lewis ein alter Bekannter der Critters. Der Kanadier demonstrierte dann auch, daß er gegenüber dem Vorjahr, als er noch regelmäßig mit der ESG auf Rollen unterwegs war, nichts verlernt hat.

Das Spiel hatte eigentlich gar nicht so untypisch begonnen. Es waren noch keine zwei Minuten absolviert, als die Schwenninger mit 1-0 in Führung gingen. Auch daß das zweite Tor der Gäste erst in Minute acht fiel, konnte man noch getrost unter der Kategorie "stochastische Varianz" einordnen. Als es dann aber trotz Schwenninger Feldüberlegenheit in der ersten Pause nur 2-0 stand, da war schon zu spüren, daß das eben nicht nur Zufall war, sondern wohl auch sehr wesentlich damit zu tun hatte, daß der Abwehrriegel der ESG an diesem Tag besonders gut stand. Zwar kann man unterstellen, die Schwenninger seien mit ihren Gedanken teilweise schon beim direkt im Anschluß stattfindenden wichtigen Spiel gegen den EHC Freiburg gewesen, doch erweckten sie während der 48 Minuten gegen die ESG durchaus den Eindruck, als hätten sie gerne noch viel mehr Tore erzielt. Daß sie durchaus mit einer gewissen Energie zu Werke gingen und ihnen der Spielausgang keineswegs egal war, erkannte man im zweiten Abschnitt auch daran, daß sie sich in dieser Phase insgesamt 14 Strafminuten einheimsten, zehn davon in Form einer Disziplinarstrafe nach mißglücktem Kommunikationsversuch mit einem der beiden diesmal sehr souveränen und praktisch fehlerfreien Unparteiischen. Den Critters war's recht, denn so konnten sie bis zur Halbzeitpause immerhin vier Minuten in Überzahl spielen. Während man im bisherigen Saisonverlauf oft gerade in Überzahl noch Tore kassiert hatte, weil man die Deckung dann zu weit geöffnet hatte, konnten die Critters diesmal mit ihren Offensivaktionen für Entlastung vor dem eigenen Tor sorgen und dieses sauber halten. So gelang es erstmals überhaupt, in der DIHL einen Spielabschnitt ohne Gegentor zu überstehen.

Böses schwante dem ESG-Anhang auf der Tribüne dann zu Beginn des dritten Viertels. Nach zwei Doppelschlägen waren die Gäste innerhalb von etwas mehr als acht Minuten auf 6-0 davongezogen. Das spätestens zur Halbzeit ins Visier genommene Ziel, ein zweistelliges Ergebnis zu verhindern, geriet dadurch wieder in große Gefahr. Doch nach einer Auszeit besann sich die Truppe aus Weil wieder auf das, was sie zuvor schon ausgezeichnet hatte, und hielt für den Rest des Spiels dicht. Da Bremenkamp im letzten Durchgang auch noch den durchaus hochverdienten Ehrentreffer erzielen konnte, gelang der ESG sogar das Kunststück, einen Spielabschnitt für sich zu entscheiden. Besonders erfreulich war die Tatsache, daß die Critters immer wieder auch offensiv in Aktion getreten waren, ohne dabei die Defensivaufgaben aus den Augen zu verlieren.

Am Ende konnte auch der Gegner aus Schwenningen die "gute Arbeit" des Außenseiters respektvoll anerkennen. Die Gäste, die u.a. die aktuellen Zweitligaspieler Zappe und Wildgruber in ihren Reihen hatten, waren übrigens keinesfalls mit einer Rumpftruppe angetreten. Das Team von Spielertrainer Stegmann unterlag anschließend dem heimischen EHC Freiburg nach 5-2-Halbzeitführung nur knapp mit 5-7 und siegte einen Tag später zu Hause gegen die Tabellenführer aus Stuttgart. Auf Antrag des EHC Freiburg wurde inzwischen das Teilnehmerfeld für das Halbfinalturnier der Division Nord (der die Critters angehören) von vier auf sechs Mannschaften aufgestockt. Damit sind alle drei Vorrunden-Kontrahenten der ESG für das Halbfinalturnier in Düsseldorf qualifiziert, während für die Critters die Saison zum erwarteten Zeitpunkt zu Ende gegangen ist. Die qualitativen Erwartungen jedoch hat das Team aus dem Dreiländereck spätetens mit diesem letzten Spiel deutlich übertroffen, was sich in einer äußerst positiven Saisonbilanz niederschlägt.

Tore der ESG Weil am Rhein:
1-6 (46.) Bremenkamp (Goppe/Witzig)

Strafminuten: ESG keine, Schwenninger ERC 8 + 10 Disziplinar (Vater)



letzte Änderung: 21.6.04